Eprimo hat bei mir angerufen. Das ist rechtlich ja insoweit ok, als ich Kunde bei ihnen bin und der telefonischen Kontaktaufnahme auch nicht widersprochen habe. Aber was da am Telefon passiert, ist trotzdem nicht ok und ist eine Masche, die Eprimo (oder die von ihnen beauftragten Callcenter) wohl schon seit Jahren fährt.
Die Dame am anderen Ende der Leitung redet ununterbrochen und schnell auf mich ein:
“Eprimo…Die Strompreise stiegen und stiegen und Atommeiler würden abgeschaltet …und deshalb sollte ich doch die Eprimo Strompreisbindung für ein Jahr wählen für 80 Euro irgendwas im Jahr…und der Kilowattstundenpreis wäre gleich und würde angepasst und würde sich nicht erhöhen und ich hätte Sicherheit für ein Jahr..und dann bekäme ich neue Unterlagen zugeschickt.” (so habe ich es im Kopf behalten)
Ein Durcheinander und Drunter und Drüber also.
Sie (schnell): “Wir stellen das dann so für sie um. Sie bekommen das auch schriftlich. Sie können dann auch 30 Tage zurückschreiben, wenn sie das nicht möchten. Ist das ok Herr X.? Dann mache ich das so.”
Ich (deutlich): “Nein.”
Sie(überrascht): “Warum nicht Herr X.?”
Ich: “Ich habe überhaupt nicht verstanden, was sie da alles erzählt haben und ich schließe grundsätzlich keine Verträge am Telefon ab!”
Sie (schnell): “Aber das ist doch kein Vertragsschluss. Das geht ja gar nicht am Telefon. Wir schicken ihnen eine Auftragsbestätigung schriftlich, sie können sich das dann alles in Ruhe durchlesen und sie können 30 Tage widersprechen, wenn sie das nicht möchten.”
Ich: “Nein. Ich schließe keine Verträge am Telefon ab”
Sie: “Aber wollen Sie kein Geld sparen?”
Ich: “Nein. Will ich nicht”
Sie: “Sie wollen kein Geld sparen?”
Ich: Nein. Ich will wirklich kein Geld sparen!!!!”
Sie (kurz lachend und dann doch leicht verärgert klingend): “Nun gut. Dann noch einen schönen Tag.”
Bei den Leuten so den Eindruck zu erwecken, man würde ja nur Informationen zuschicken, ist eine miese Nummer. Denn ich glaube schon, dass die grundsätzliche Idee ist, denn Leuten unterbewusst zu vermitteln, man schickt ja nur was zu und die Leute könnten sich dann ja überlegen, ob sie das wollen. Wenn man dann aber nicht innerhalb von 30 Tagen wiederspricht, wird sicherlich schnell eine Rechnung im Briefkasten liegen mit Verweis auf einen so zustandegekommenen Vertragsschluss.
Die Vorgehensweise ist sicherlich clever, denn viele werden da nicht dran denken und auch nicht rechtzeitig widersprechen, weil sie glauben, dass sie ja keinen Vertrag haben und wollen, warum also dann widersprechen?
Wenn mir Eprimo allerdings eine “Auftragsbestätigung” zuschickt (so wie die Dame am Telefon es nannte), dann gehen sie ja davon aus, dass ich am Telefon ein Angebot auf Abschluss des Vertrages zu den am Telefon in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit vorgetragenen Bedingungen gemacht hätte. Dann käme der Vertrag also mit Zuschicken der Papiere durch Eprimo zustande. (Oder aufschiebend bedingt nach 30 Tagen)
Ich glaube nicht, dass der Großteil der Angerufenen das versteht und wirklich so will.
Keine verwandten Artikel.

16. Januar 2012 um 19:24 Uhr
Ist mir auch gerade passiert – das Abendessen wurde gerade auf den Tisch gestellt, und alle warteten auf mich (18:30 Uhr) und wurde genauso zugetextet und noch dazu gefragt, ob das Telefonat mitgeschnitten werden dürfe. Habe “ja” geasagt. Bin auch davon ausgegangen, dass ich nur Info-Mateeial bekomme und keinen Vertrag abgeschlossen habe.
Werde unbedingt darauf achten, nach Eingang der Post das Kleingedruckte zu lesen und ggf zu widersprechen.
Ein unmögliches Gebahren …
Bin mittlerweile unzufrieden mit den “Billiganbieter”, weil der Überweisungebetrag einen Tag nach Zieldatum eingegangen ist: 17 € Mahnentgelt!
Simon