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…and that by robert m*

28. Mai 2010
von Robert
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Wie viele?

Der Angeklagte Anatoli K. aus Düsseldorf saß wegen einer Straftat vor Gericht.

Zu Beginn einer Verhandlung wird der Angeklagte immer nach seinen persönlichen Verhältnissen gefragt. Dies dient dazu, festlegen zu können, wie hoch eine mögliche Geldstrafe später sein kann. Ist der Angeklagte für Kinder unterhaltspflichtig werden ihm von seinem monatlichen Nettoeinkommen, dass Grundlage für die Berechnung der Geldstrafe ist,  pro Kind 150-200 Euro abgezogen.

Bei den Angaben zu seinen Personalien wartete Anatoli K. mit etwas ganz Besonderem auf. Auf die Frage, wie viele Kinder er denn habe, meinte er zunächst: “Na mit der da (er meinte die Geschädigte) nur eins…”. Als die Richterin dann nachhakte und fragte: “Also nur eins?”, kam zunächst “Der Junge ist 4 Jahre alt”. Die Richterin lies aber nicht locker: “Ja schön, aber wie viele Kinder sind es denn nun insgesamt?”, worauf er herausragend erwiderte: “Wie bitte? Als hätte ich die alle jemals gezählt?”

26. Mai 2010
von Robert
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Clever

Heute im Gericht. Aus einem Auto wurde eine Handtasche entwendet. Einer der Diebe versuchte anschließend mit der so entwendeten EC-Karte des Opfers Geld an einem Automaten abzuheben. Die PIN zur Karte habe er im Portemonnaie mit der Karte gefunden. Das Abheben habe aber trotzdem nicht geklappt. Wieso wisse er nicht.

Das Opfer wird als Zeugin angehört. Auf die Frage des Richters, ob sie die EC-Karte sofort nach dem Diebstahl habe sperren lassen oder weshalb der Angeklagte kein Geld abheben konnte, antwortete sie verschmitzt lächelnd:

„Ich habe immer einen Zettel mit der PIN-Nummer in meinem Portemonnaie bei der EC-Karte. Es ist aber eine falsche PIN-Nummer. Man weiß doch schließlich, dass Diebe es damit immer versuchen.“

Daraufhin herrschte erstmal allgemeines Gelächter im Gerichtssaal. Nur die Miene des Angeklagten blieb düster.

Der Trick mit der falschen Pin-Nummer ist nicht schlecht. Da muss man erstmal drauf kommen! Wahrscheinlich war es nicht das erste Mal, dass der Dame der Geldbeutel gestohlen wurde. – Ich habe mir heute auch erstmal eine falsche PIN-Nummer in den Geldbeutel getan. 🙂

25. Mai 2010
von Robert
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Tipps zum Drogenschmuggel durch den Anwalt?

Wie oft höre ich den Satz „Ich könnte das nicht!“ von Nicht-Juristen. „Ich könnte keine Kinderschänder oder Mörder verteidigen.

Wie kann man das machen?“ wird jeder Jurist in seinem Leben öfters gefragt. Und die Frage ist auch nicht leicht zu beantworten. Ich persönlich kläre dann über Menschenrechte, das Recht eines jeden Menschens auf Rechtsbeistand und die Unschuldsvermutung auf.

Neuerdings beschäftige ich mich öfter mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Da ich in NRW wohne, geht es oft um das Schmuggeln von Drogen aus Holland über die Grenze nach Deutschland. Bei Recherchen im Internet bin ich auf die Homepage einer Rechtsanwaltskanzlei gestoßen, die sich unter anderem auf die Strafverteidigung bei Drogendelikten spezialisiert hat.

Unter der Überschrift „Wie werden Drogen nach Deutschland eingeführt?“  und „Wann werde ich durch die Zollfahnder an dem Grenzübergang oder auf der Autobahn angehalten?“ wird genau darauf eingegangen auf welchen Wegen Drogen über die Grenze geschmuggelt werden und wie Zollfahnder dagegen vorgehen. Es wird erörtert wie man sich bei einer Kontrolle durch den Zoll verhalten soll, um nicht festgenommen zu werden. Stellenweise liest sich das dann fast wie eine Anleitung zum Drogenschmuggel:

(…) Ein Mietfahrzeug soll die Herkunft des Fahrers verschleiern. Blockfahrzeuge und Auskundschafter werden eingesetzt.

Sie machen sich verdächtig, wenn Sie übermäßig nervös sind bzw. den Anschein erwecken, kürzlich Drogen konsumiert zu haben.

Im Zuge der Kontrolle werden Sie regelmäßig befragt werden, woher Sie kommen und was Sie in den Niederlanden gemacht haben.(…)  Eine unschlüssige, widersprüchliche und brüchige Geschichte wird die Beamten nicht überzeugen.

usw.

Das macht deutlich, dass es eben doch manchmal eine Gratwanderung sein kann zwischen Rechtsbeistand und dem Erteilen von Tipps & Tricks für die Verbrechensbegehung.

Zum Schluss noch ein Originalzitat von der Homepage der Kanzlei: „Sicherlich gehört auch eine Portion Glück dazu, Drogen gewinnbringend nach Deutschland einzuführen.

16. Mai 2010
von Robert
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Rheinstrand am Medienhafen

Irgendwie bin ich in den letzten Tagen gerade dabei, mal alle Bilder zu sortieren. Und so stoße ich auf einige, die ich noch nicht online gestellt habe. Deswegen erlbt ihr hier auf dem Blog gerade so eine Bilderflut.

Als das Wetter vor einer gefühlten Ewigkeit mal ein paar Tage schon fast (aber auch nur fast) sommerlich war, haben wir uns an den Rheinstrand am Medienhafen aufgemacht. Man muss nur über die Brücke vom Rheinturm aus über die Brücke vor dem Medienhafen gehen und schon ist man dort.

Mich hat es wirklich fasziniert, dass man dort einen richtig feinen Sandstrand hat, man Muscheln finden kann und die Wellen rauschen hört.

24. April 2010
von Robert
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Schülerbotendienst

Schülerbotendienst HBF Düsseldorf

Am Hauptbahnhof in Düsseldorf stellte sich plötzlich eine blonde, junge Dame vor mich. Sie war wohl so um die 20. Hätte ich sie einfach nur rumstehen gesehen, hätte ich gedacht, sie würde auf eine Freundin warten.

„Hallo. Haben sie denn schonmal vom Schülerbotendienst gehört? Sie sind doch sicherlich schon 20, richtig?“

Das kam mir schonmal sehr merkwürdig vor. Sie hatte weder Zettel oder Stift in der Hand noch eine große Tasche bei sich. Und wieso 20? Und was für ein Schülerbotendienst? Aber ich ließ sie weitersprechen. Unmotiviert und auswendiggelernt erklärte sie weiter:

„Beim Schülerbotendienst geht es um ein Projekt für Jugendliche. Sie sollen einen Paten bekommen, bei dem sie 2 Monate lang regelmäßig etwas in den Briefkasten schmeißen sollen, damit wir dann nachher kontrollieren können, ob sie das auch zuverlässig machen. Wären sie vielleicht bereit, dieses Projekt zu unterstützen?“

Leider habe ich das Gespräch dann abgebrochen. Ich hätte doch zu gerne noch erfahren, was für ein Abo mir die Dame vom Schülerbotendienst angedrehen wollte und insbesondere hätte mich auch interessiert, wie sie sich meine Adresse und Daten aufgeschrieben hätte. Aber ich war nicht in der Stimmung für kritische Nachfragen.

Wenn ich dann so bei Google nach „Schülerbotendienst“ google, habe ich da sicherlich das richtige getan. Ich befürchte stark, dass auch der Schülerbotendienst hier in Düsseldorf kein seriöses Projekt ist.

Ich halte mich sowieso immer strikt an die Regel: Schließe niemals Verträge am Telefon oder auf der Straße ab.

Update 10.06.2011:

Wie der Generalanzeiger Bonn schon im Februar berichtet hat, ist das Problem mit den dubiosen Geschäftsmethoden des „Schülerbotendienstes“ auch den Verbraucherzentralen bekannt. Zudem sei es bereits auch schon zu Fällen der Androhung von Gewalt gekommen.

Was kann ich tun, wenn ich auf den Schülerbotendienst hereingefallen bin?

Merkt man kurze Zeit nach dem Unterschreiben des Vertrages, dass man betrogen wurde und etwas anderes unterschrieben hat, als einem erzählt wurde, sollte man von seinem 2-wöchigen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Hierzu einfach per Einschreiben mit Rückschein an die auf dem Vertragsformular angegebene Adresse schreiben. Ein Grund für den Widerruf muss dabei nicht angegeben werden.

Auch nach Ablauf der 2-Wochen Widerrufsfrist sollte man an die Vertragspartei schreiben, dass man den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechtet und eine erteilte Einzugsermächtigung widerruft. Das ganze sollte wieder per Einschreiben/Rückschein erfolgen. Beträge, die trotzdem vom eigenen Konto abgebucht werden, sollte man von seiner Bank wieder zurückbuchen lassen.

Natürlich besteht dann die Möglichkeit, dass man einen Mahnbescheid bekommt. Dann sollte man einfach Einspruch gegen diesen einlegen. Die Gegner müssen dann Klage gegen einen einreichen. Ob sie dies machen werden, ist zweifelhaft. Wenn bereits bei den Verbraucherzentralen zahlreiche Fälle von betrügerischem Vorgehen durch den „Schülerbotendienst“ bekannt sind, wird sich auch ein Gericht davon überzeugen lassen, dass der Vertrag nicht wirksam geschlossen wurde. Von daher glaube ich nicht, dass die Gegner Klage erheben werden, wenn man wie oben beschrieben vorgeht und den Vertrag anfechtet.

(Der Autor ist Jurist. Der Artikel stellt jedoch keine Rechtsberatung dar. Eine Haftung für hier gegebene Informationen wird daher keine übernommen. Sollten Sie sich unsicher sein, wie sie vorgehen, sollten sie sich an einen Rechtsanwalt wenden.)

19. April 2010
von Robert
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Große Kunst

Ich fahre oft mit der S-Bahn in Düsseldorf und wie in vielen großen Städten sieht man an Bahnstrecken viele Grafitti und Schmierereien. Aber manchmal ist auch große Kunst dabei, die Spielraum für Interpretation lässt. So zum Beispiel bei diesem Motiv, dass am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn zu bestaunen ist und das ich endlich mal geschafft habe zu fotografieren:

Mich hat es von Anfang an sehr beeindruckt und es fesselt meinen Blick jedesmal, wenn ich daran vorbeifahre. Aber das liegt vielleicht eben auch daran, dass ich Jurist bin.

17. April 2010
von Robert
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Es hat sich gelohnt

Ich habe mir angewöhnt, mein Handy auszuschalten, wenn ich schlafen gehe. In den Zeiten totaler und allgegenwärtiger Erreichbarkeit gönne ich mir diesen Luxus. Und heute hat es sich wieder mal in besonderer Weise gelohnt.

Da Samstag ist, habe ich heute mal so richtig ausgeschlafen. Als ich dann um 12 Uhr rum das Handy einschaltete, bekam ich 4 SMS. 3 Leute hatten morgens versucht mich anzurufen. Eine Person hat eine Mailbox-Nachricht hinterlassen. Eine weitere hat darauf verzichtet, aber mich 5-mal(!) versucht zu erreichen. Dazu hat sie mir eine SMS geschickt:

„Hallo Robert, ich komm leider 5-10 min zu spät, es gab ein kleines Schlüssel-Problem…Bis gleich.“

Das machte mich dann doch nervös. Hatte ich irgendeinen wichtigen Termin vergessen. Die Handynummer kannte ich zumindest nicht. Unter der Dusche dachte ich eindringlich darüber nach, aber mir viel beim besten Willen nicht ein, mit wem ich verabredet gewesen sein soll. Also habe ich die Nummer angerufen. Eine Kommilitonin aus der Studienzeit hat ihrer Freundin fälschlicherweise meine Nummer gegeben und nicht die des richtigen Robert. – Puuhh. Glück gehabt. Und wie gesagt: Es hat sich wiedermal gelohnt das Handy während des Schlafens auszustellen.

29. März 2010
von Robert
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Hast du ein Problem?

Da stehe ich in der U-Bahn recht nah am Rand des Bahnsteigs und habe meinen MP3-Player im Ohr. Der Bahnsteig war voller Menschen. Ich suche gerade nach einem Lied, da tritt mich plötzlich jemand von hinten in den Rücken.

Ich drehe mich um, und sehe einen etwas kleineren, stämmigen Türken, den ich vorher noch nicht gesehen hatte. Er schaute mich aggressiv an und sagte: “ Hast du ein Problem, oder was?“

Da er mich leicht getreten hatte – und das auch noch grundlos – hätte ich ein Problem haben können. Ich bin aber nicht der Typ, der scharf ist auf Schlägereien. Dafür halte ich mich für zu intelligent. Also habe ich ihn nur im gleichen Tonfall gefragt, was ich gemacht habe und was das soll. Darauf sagte er noch: „Halt bloß das Maul, du Wichser!“ und ging ein Stück weg zur Seite. Ich drehte mich dann auch wieder um, und tat so, als ob ich mich wieder mit meinem MP3-Player beschäftigen würde und mir das Ganze egal wäre.

Eine merkwürdige Geschichte. Da ich ja meinen MP3-Player in den Ohren hatte, weiß ich nicht, ob irgendjemand etwas gesagt hat und der Türke dachte, dass ich es gewesen wäre. Vielleicht hat es ihm auch einfach nicht gepasst, dass ich im schicken Mantel und mit schicken Schuhen an einer Ubahn-Station stand, die in einem Problembezirk liegt. Oberbilk. Vielleicht war er nur mit seinem eigenen Leben unzufrieden.

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