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…and that by robert m*

25. März 2010
von Robert
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Für Notfälle

In der Nähe meiner Wohnung gibt es ein Wolle – Geschäft. Das bietet jetzt bald Strickkurse im Laden an. In der Zeit ist natürlich der normale Geschäftsbetrieb eingestellt. Deshalb hängt schon jetzt ein Hinweiszettel an der Ladentür. Auf dem steht:

„In dringenden Notfällen kann Wolle gekauft werden. Bitte klingeln!“

Als ich das gelesen habe, habe ich mich schon gefragt, wie der wohl aussieht, so ein dringender Wolle-Notfall? 🙂

10. Januar 2010
von Robert
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Kind auf der Flasche

Es sind diese Geschichten, die ich erlebt habe, und leider nicht direkt geschafft habe, aufzuschreiben. Daher hole ich das jetzt nach:

Ich arbeitete mit einer Kollegin zusammen, die aus Südkorea stammt, noch nicht so lange in Deutschland lebt, schon etwas älter ist, und gerade ihr Journalismusstudium abgeschlossen hat. Man sollte also meinen, sie hätte eine gewisse Intelligenz. Aber eine praktische Alttagsintelligenz hatte sie nicht. Sie war immer verpeilt, hatte Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und nahm viele Sachen immer einfach nicht wahr. – Dafür war sie eine ganz Liebe.

Eines ruhigen Abends kam ein asiatisches Pärchen mit zwei Kindern, so ca. 7-9 Jahre alt, in unser Lokal. Meine Kollegin bediente sie und redete mit ihnen in ihrer Landessprache. Es waren also vermutlich auch Koreaner, die sich als Touristen Heidelberg anschauten. Die Eltern fragten meine Kollegin, was sie empfehlen könne als süßes, leichtes Getränk für die Kinder. Meine Kollegin empfahl, nahm die Getränke auf und bestellte diese dann am Tresen.

Die dort arbeitende Kollegin konnte von dort aus nicht sehen, für wenn die Getränke bestimmt waren, machte sie fertig und meine Kollegin brachte sie der asiatischen Familie.

2o Minuten später fragten die Asiaten nach, was sie den Kindern da als Getränk gegeben hätte. Die Kinder würden sich komisch verhalten.

Und was hat meine Kollegin wohl als Getränk für die Kinder empfohlen? – Berliner Kindl Weisse! – Normales Bier also.

Ich und die Kollegin am Tresen lagen natürlich vor Lachen am Boden. Aber es macht ja auch Sinn. Das Getränk ist durch den Sirup schön bunt. Es wird in einem Riesenglas mit Strohhalm serviert, heißt „Kindl“, und auf der Flasche ist neben der Aufschrift „Bier“ und dem Alkoholgehalt groß ein gezeichneter Kinderkopf abgedruckt. – Wenn man sich mit Bier nicht auskennt und von dem Getränk noch nie gehört hat, könnte man also vielleicht schon auf die Idee kommen, dass es sich um ein Getränk für Kinder handelt.

Die Kinder konnten dann auch kaum noch zur Toilette laufen, so besoffen waren sie. Die Eltern haben das ganze dann aber vergleichsweise gelassen aufgenommen, dass ihre Kinder Alkohol getrunken haben. Wären es Europäer gewesen, wäre sicherlich die Hölle losgebrochen.

An diesem Tag war der Chef auch nicht im Lokal. Sonst hätte ich eine Kollegin weniger gehabt.

9. Dezember 2009
von Robert
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Das K-Wort

Ich habe diesen Sommer zum ersten Mal in meinem Leben in einem Restaurant/Lokal gearbeitet und bisher hatte ich in meinem Leben in Deutschland noch nie eine K. gesehen. Ich dachte also nicht, dass es K. in Deutschland groß gibt.

Damals war ich noch schockiert, als in einem ägyptischen Nobelrestaurant eine K. über den Tisch lief und die Angestellten nur müde mit der Schulter zuckten. Alles ganz normal.

Das es auch in Deutschland in Restaurants K. gibt, fand ich heraus, als ich in dem Restaurant am Marktplatz in Heidelberg in der Altstadt anfing zu arbeiten.

Nich nur, dass die bösen K. dort in der Küche rumkrabbelten. Auch im Thekenbereich rief meine Kollegin immer mal wieder im Laufe des Tages aufgeschreckt: „Robert. Schnell. Töte Sie.“

Das böse K-Wort nahmen wir natürlich niemals in den Mund. Es ist auch glücklicherweise nie dazu gekommen, dass Gäste eine K. zu Gesicht bekamen. Möglich wäre es aber gewesen. Sie waren beim Brot. Einmal ist sogar eine in die Eistruhe gekrabbelt. Ein anderes Mal waren plötzlich ganz viele Mini-K.s unterwegs. Eine Mutter hatte gebrühtet.

Im Gespräch mit einem Koch, der auch schon in vielen anderen Restaurants in Heidelberg gearbeitet hatte, erfuhr ich, dass er noch nie so viele K.s gesehen hätte, wie in diesem. Zur Demonstration schaltete er spät abends mal für eine Minute das Licht in der Küche aus und dann wieder an, um mir zu zeigen, wieviele K. in der Dunkelheit aus ihren Löchern herauskommen.

Und wer war Schuld? Der Koch zeigte mir, an welchen Stellen es überall Löcher und Ritzen gab, die nicht abgedichtet waren und die nach draußen oder hinter irgendwelche Wände führten. Der Restaurantbesitzer kümemrt sich also einfach wenig drum.

Das hört sich jetzt alles dramatischer an, als es war. Würde heute eine K. über einen Tisch im Restaurant laufen und Gäste würden das bemerken, würde ich (innerlich) mittlerweile genauso reagieren, wie die Angestellten damals in Ägypten.

8. Dezember 2009
von Robert
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Der personifizierte Tod

Nachdem sie ihn gesehen hatte, bezeichnete meine Mitbewohnerin ihn als den „personifizierten Tod in Person“. Er hatte lange, glatt nach hinten zurückgekämmte Haare und viel Schminke im Gesicht, was ihn noch bleicher erscheinen ließ. Auf dem Anzug, den er fast jeden Tag trug, sah man abgeblätterte Schminke.

All das änderte sich, nachdem meine Kollegin ihn mal darauf angesprochen hat, dass er doch aufhören solle sich zu schminken und sich öfters waschen soll. Das nahm er sich auch zu Herzen. Noch nie habe eine Frau so offen mit ihm gesprochen, außer seiner Mutter. Er sei froh dies so gesagt zu bekommen.

Er kam im Sommer fast jeden Morgen zu mir ins Lokal und ist oft der erste Gast gewesen um 10:30 Uhr. Vorher, so erzählte er, frühstücke er immer im Riegler im Darmstädter Hof. Das mache er fast jeden Tag. Bei uns trank er dann immer 2 große Export, aß eine große Nudelsuppe und ein Hähnchenbrustfilet mit Kartoffeln und Gemüse. Jeden Tag.

Und jeden Tag fing er an mit mir über die großen Themen der Politik und Gesellschaft zu diskutieren. Und immer wieder kam er dann zu der Ungerechtigkeit des Lebens und der bösen Politik und dem armen kleinen Mann und seiner persönlichen Geschichte.

Selbst wenn offensichtlich war, dass man Arbeit hat und keine Zeit mit ihm zu reden, erzählte er weiter. Ich musste mich daran gewöhnen, mitten im Gespräch einfach wegzugehen, da er nicht aufhörte zu reden. Eigentlich halte ich das für sehr unhöflich, aber ich hatte keine andere Wahl.

Hier mal ein Auszug dessen, was er so von sich ließ:

Ein Jude hätte ihm gesagt, dass er der größte Geheimdienstler sei, den selbiger jemals gekannt hätte. Er hätte auch bei den Amerikanern arbeiten können, da er besondere Fähigkeiten habe. Er sehe Dinge, die andere nicht sehen.

Er hätte schon in mehreren Lokalen in Heidelberg Hausverbot, den er hätte dort zu viel geredet. Weil er über so ein großes Wissen verfüge, werde er bekämpft. Denn er sei gefährlich. Wenn er sein Wissen auf die Bevölkerung loslassen würde, dann würde es zu Aufständen kommen. Er werde beobachtet, aber sei denen überlegen.

In 50 jahren werde sich sowieso die Niederkunft Jesu ereignen und mit dem Christentum dann der totale Kommunismus herrschen. Das Kapital werde vollständig untergehen.

Im Gespräch mit Stammgästen bin ich sehr nett. Meine Aufgabe als Bedienung ist es, den Leuten zuzuhören und ein bisschen Nachzufragen. (Oft aus eigenem Interesse an den menschen heraus, öfter aber auch als Gegenleistung für Trinkgeld.)

Nachdem er mir seine Geschichte dann schon zum 40. Mal erzählt hatte, reichte es mir dann aber mal und ich hinterfragte im Gespräch, wer ihn den bekämpfe und beobachte und was er denn so gefährliches wisse. Ich sagte ihm, dass ich sein Gerede für Schwachsinn hielte, solange er seine Aussagen nicht konkretisieren könne.

Seitdem hatte er nie wieder den Drang, mich in ein Gespräch zu verwickeln bzw. mir seine geschichte zu erzählen.

Hätte ich ihn doch bloß mal früher kritisiert. Dann hätte ich mir viel erspart. Aber ich bin eben ein zu gut erzogener Mensch.

29. November 2009
von Robert
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Rechnung nicht bezahlt

Da fahre ich gestern mit der Straßenbahn in Düsseldorf. Nachdem die Bahn an einer Haltestelle angefahren war, blieb sie ruckartig stehen und alle Lichter gingen aus. Eine Minute später gingen die Lichter wieder anund die Bahn setzte sich wieder in Bewegung.

Dann kam folgende Durchsage: „Werte Fahrgäste, es besteht kein Grund zur Panik. Die Rheinbahn hat lediglich ihre Stromrechnung nicht rechtzeitig bezahlt.“

Es ist schön, mal Straßenbahnfahrern mit Humor zu begegnen. Die meisten sind dann doch sehr grimmig.

12. November 2009
von Robert
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Vom Geheimdienst

Letzten Sonntag habe ich gearbeitet und ich hatte schon Angst, dass es sehr stressig werden würde, denn der diesjährige Martinsumzug sollte am Kornmarkt, in der Nähe unseres Restaurants enden.

Wie jeden Abend schaute ich öfters mal nach draußen, um zu sehen, ob sich bei 6 Grad Außentemperatur Gäste auf die drei Tische vor unserem Restaurant gesetzt hat. (Wofür die Wahrscheinlichkeit zugegebenermaßen fast bei Null liegt.)

Jedes Mal sah ich in der Straße neben dem Rathaus einen Mulitvan parken. Auf dem Fahrersitz saß ein Mann. Mal laß er, mal aß er, mal machte er irgendetwas anderes. Das ging gefühlte 2 Stunden so.

Ich überlegte schon ob es sich um einen Privatdetektiv ala Lenßen & Partner oder um einen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes handelt. Als ich dann eine halbe Stunde, bevor der Martinszug auf dem Marktplatz eintreffen sollte, wieder mal nach draußen schaute – jetzt auch, um zu sehen, ob der Wagen noch da steht, saß der Mann plötzlich an einem unserer Tische. Auch das war merkwürdig. Wie gesagt – bei Temperaturen knapp über Null Grad liegt auch die Wahrscheinlichkeit hierfür knapp über Null.

Er bestellte bei mir einen Kaffee und eine Tomatensuppe. Auf dem Tisch lag ein bunter Ordner mit dem Schriftzug „Ausbildung“. Der mann war um die 30. Das sah dann doch nicht so ganz nach Geheimdienst aus, hätte aber auch Tarnung sein können.

Geschickt leitete ich ein Gespräch ein, in dem ich den Mann fragte, ob es ihm bei diesen Temperaturen nicht zu kalt wäre, um draußen zu sitzen. Darauf antwortete er mir, er wolle hier draußen sitzen um den Gesang des Martinszuges zu hören. Meine Frage, wann dieser denn hier eintreffen solle, konnte er mir beantworten.

Nachdem ich ihm die Suppe gebracht hatte, zahlte er auch sofort. Als dann der Martinszug kam, stellten sich auch ich und meine, mit mir arbeitende, Kollegin vor das Restaurant, um den Zug zu sehen und die Musik zu hören. So habe ich auch mitbekommen, wie der Mann, der seine Suppe schon ausgelöffelt hatte, ca. 1 Minute, nachdem man den Zug sehen und hören konnte, aufstand, zu seinem Auto ging und sofort wegfuhr.

Jetzt stelle ich mir die Frage: Hat ihm die Musik einfach nur nicht gefallen oder arbeitet er dann doch für den Geheimdienst? Denn 2 Stunden lang im Auto sitzend warten, um sich dann eine Minute lang den Martinszug anzusehen – das macht wenig Sinn.

7. November 2009
von Robert
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Schweinegrippe

In Zeiten der Krise und der Pandemie – Geldverdienen mit der Schweinegrippe:

hypno

(Gesehen in den Weinheimer Nachrichten vom 07.11.2009; Unkenntlichmachung von mir.)

„Hast du dich auch schon gegen die Schweinegrippe impfen lassen?“ – „Nein. ich habe mich aber gegen die Schweinegrippe hypnotisieren lassen!“

6. Juli 2009
von Robert
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Baden im Neckar

altebruecke

Wer hat nicht schonmal darüber nachgedacht, von einer der Brücken hier in Heidelberg in den Neckar zu springen. – Auf die Idee kommen besonders häufig Betrunkene.

Ich persönlich habe noch nie ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, da ich das für zu gefährlich halte. Heute konnte ich in der RNZ dann auch dazu etwas lesen.

So ist das Wasser im Neckar hier in Heidelberg zwar in den Fahrrinnen der Schiffe mindestens 2,80 Meter tief. Viel tiefer ist der Neckar in Heidelberg aber auch nicht. Die Brücken liegen zwischen 7 und 8 Meter über dem Wasser. Bei einem Sprung vom 10-Meter-Turm kommt man ca. 4 Meter tief ist Wasser. Springt man also hier in Heidelberg von einer der Brücken, so kann es durchaus passieren, dass man den Grund berührt. Ein Kopfsprung ist unter dem Gesichtspunkt besonders gefährlich. Hinzu kommt, dass direkt an den Brücken Pfeiler auch unter Wasser noch auslaufen. Auf dem Grund des Neckars finden sich Felsformationen und Müll.

Allerdings habe ich in Heidelberg noch von keinem gehört, der sich bei einem Sprung von der Brücke in den Neckar verletzt hätte – aber riskant ist es allemal.

Noch interessanter ist allerdings, dass es erlaubt ist im Neckar zu baden. Es besteht lediglich ein Badeverbot im Bereich von 50 Metern um die Brücken. Wer also von einer Brücke in den Neckar springt begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit 50 Euro Bußgeld geahndet wird. – Aber ansonsten ist das Baden im Neckar erlaubt. Das wusste ich bislang nicht.

Die Wasserqualität des Neckars ist zwar nicht schlecht, aber man sollte sich schon gut überlegen, ob man in ihm baden will.

22. April 2009
von Robert
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Radikal reduziert?

radikalreduziert

Wohl eher nicht. Nach gefühlten 2 Jahren radikaler Reduzierung beschleicht mich das Gefühl, dass in dem  Schuhladen im hinteren Teil der Fußgängerzone in Heidelberg Kundentäuschung begangen wird.

Denn so lange kosten die Schuhe schon „nur“ 15 Euro. Und wie es bei Schuhen für 15 Euro nun mal so ist, lange halten tun sie nicht. So zumindest bei allen, von denen ich mitbekommen habe, dass sie dort mal Schuhe gekauft haben.

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