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Was tun bei schlechtem Stationszeugnis im Referendariat

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Mit dem Ausbilder versteht man sich nicht sonderlich gut und dann benotet er auch noch unfair streng. Entsprechend schlecht sieht nachher das Stationszeugnis aus. Was kann man dagegen tun?

Strenge Benotungen – Kann ich dagegen etwas tun?

Generell muss man zunächst sagen: Es sieht nicht gut aus. Natürlich können bei der Bewertung juristischer Leistungen Fehler vorkommen, gegen die man sich wehren kann. So etwa, wenn vertretbare Ansichten als falsch bewertet werden, oder wenn Ausführungen durch den Ausbilder gar nicht zur Kenntnis genommen werden (Stichwort: Überfliegen). Willkürliche Bewertungen gehören natürlich ebenso dazu.

Schlecht sieht es aus, wenn der Ausbilder an der Kammer für Handelssachen einem eine Akte zum Urheberrecht zur Bearbeitung überlässt. Vom Referendar wird eben nunmal erwartet, dass er sich in alles einarbeiten kann. Auch wenn das vom Ausbilder euch gegenüber unfair sein mag, dagegen wehren kann man sich nicht. Vorgeschrieben ist, dass die Ausbildungsziele eingehalten werden ( also z.B. bezüglich der Anzahl angefertigter Arbeiten.) Ein Recht auf die Bearbeitung nur examensrelevanter Sachverhalte besteht leider nicht.

Leider muss man sagen, dass es eben auch so ist, dass es Ausbilder gibt, bei denen man leicht Gefälligkeitsnoten bekommt und andere, die schon in der Zivilstation auf Examensniveau korrigieren. Auch dagegen kann man sich nunmal nicht wehren.

Schlechtes Zeugnis wegen Zerwürfnis mit dem Ausbilder

Es gibt sie, die Fälle. Der Ausbilder hat keine Lust auf Referendare und behandelt sie entsprechend oder im schlimmsten Fall lässt sich der männliche Ausbilder zu sexistischen und herabwertenden Äußerungen gegenüber der Referendarin herab.

Hier ist natürlich schon sofort handeln gefordert, bevor man nachher ein schlechtes Zeugnis bekommt. Zunächst kann nur geraten werden, immer zuerst den kommunikativen Weg zu gehen. Mit dem Ausbilder im Einzelgespräch zu reden, kann manchmal Sinn machen. Oft merkt man aber schon von vornherein, dass dies zu nichts führen wird. Dann sollte man das Gespräch mit der Ausbildungsleitung der Stammdienststelle suchen.

In manchen Fällen werden dann gemeinsame Gespräche mit dem Ausbilder gesucht oder es wird versucht einen Ausbilderwechsel zu arrangieren. Dies hängt stets vom Einzelfall ab. Ob zum Beispiel ein Ausbilderwechsel in Frage kommt, hängt sowohl davon ab, wie weit die Station schon fortgeschritten ist und wie groß die Probleme im Einzelfall sind. Kam es zu starken Zerwürfnissen zwischen Referendar und Ausbilder, gibt es noch die Möglichkeit, dies durch einen Vermerk in der Personalakte festzuhalten, um ein sehr schlechtes Stationszeugnis zu erklären.

Es sei aber nochmal darauf hingewiesen, dass allein ein schlechtes Verhältnis zum Ausbilder noch keine solchen Maßnahmen rechtfertigt. Die Verwirklichung der Ausbildungsziele ist dadurch nicht beeinträchtigt, auch wenn man dann mit strengerer Benotung rechnen muss.

Ich will Richter werden. Ich will das schlechte Zeugnis nicht in der Akte haben.

Dann bliebe als ultima ratio nur noch, gegen das Stationszeugnis zu klagen. Jens Ferner hat zu den Erfolgsaussichten einer solchen Klage, einen schönen Artikel geschrieben. Er  zeigt anhand von Urteilen, dass „eine mittelbare Außenwirkung des Stationszeugnisses angenommen wird, da die Zeugnisnoten bei der Gesamtbenotung berücksichtigt werden„. Das kann man aber auch anders sehen. Entsprechend riskant ist der gerichtliche Weg. Und wie bereits oben ausgeführt: Nur weniges ist angreifbar. Ein schlechtes Verhältnis zum Ausbilder ist hier natürlich kein Argument. Und Gefälligkeitsnoten erhält man auf dem Weg auch nicht.

Im Endeffekt muss man sagen, ist die Zuweisung zu einem Ausbilder eben genauso eine Glücksache, wie so vieles andere auch in der juristischen Ausbildung.

Autor: Robert

Hallo, mein Name ist Robert. Ich bin Amateur-Blogger, Volljurist, wohne in Düsseldorf und schreibe hier kreuz und quer über alles, was ich erlebe und entdecke.

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