Ich lebe in einem Teil Düsseldorfs, in dem mehr Ausländer leben als Deutsche. Viele Ausländer, die ich kennenlerne, wissen irgendwann, dass ich Jurist bin. So kommt es natürlich, dass mir öfters Fragen gestellt werden, wie: “Habe ich bei einer Wohnung 14 Tage Kündigungsrecht?”. Aber auch zu verkehrsrechtlichen Sachen, Strafrechtsachen und Ausländerrecht. Im Verhältnis dazu, wieviele Ausländer ich schon kennengelernt habe, halten sich die Nachfragen aber stark in Grenzen.
So habe ich schon gelernt, dass unter Ausländern selber kein Rechtsanwalt eingeschaltet oder gar irgendjemand verklagt wird. Solche Angelegenheiten werden immer untereinander geregelt. Wie genau will ich jetzt mal dahingestellt lassen. Im einfachsten Fall gilt dann eben nicht mehr wie sonst: Eine Hand wäscht die andere. (Hoffen wir es mal.)
Das sich eine rechtliche Beratung von Ausländern beruflich nicht lohnt, erkennt man auch an dem “Eine Hand wäscht die andere”-Prinzip. Habe ich mal ein paar allgemeine Fragen für jemanden beantwortet, höre ich immer wieder: “Hey. Wenn du mal was brauchst, sag Bescheid.”
Das diese Angebote wenig verlockend sind, sieht man an einer kleine Auswahl der Sachen, die ich “so brauchen könnte”: Anabolika, Haschisch, Marihuana, Opiate, Ecstasy, schwarzer Afghane, Schwarzarbeit, Türsteher. Aber auch Original-Zertifikate und Führerscheine oder Ausweise. Die Betonung liegt dabei natürlich auf: “Original”.
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